Die Rolle des Verwaltungsrates in einer Aktiengesellschaft

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Bevor ein Unternehmen seine Arbeit tatsächlich aufnehmen und bestenfalls gleichzeitig auch Gewinne einfahren kann, muss der betreffende Unternehmer sich zunächst einmal umfangreiche Gedanken über die Wahl der Rechtsform bei der Unternehmensgründung machen. Verschiedene Optionen stehen zur Verfügung, wobei die letztendliche Entscheidung immer von den eigenen Plänen, der Ausrichtung des Unternehmens sowie dem tatsächlich vorhandenen Kapital abhängig ist.

In den letzten Jahren hat sich die sogenannte Schweizer Aktiengesellschaft zu einer immer beliebteren Rechtsform bei der Unternehmensgründung entwickelt, was sich auf verschiedene Faktoren zurückführen lässt. Einer der wesentlichen Vorteile ist beispielsweise die Tatsache, dass ausschließlich das Gesellschaftsvermögen für die Verpflichtungen der AG zu haften hat, wohingegen der Existenzgründer selbst nicht mit seinem eigenen Privatvermögen haftbar gemacht werden kann.

Doch trotz dieser Vorteile muss jeder, der sich für die Gründung einer AG interessiert, gleichsam feststellen, dass diese mit verschiedenen Aspekten einhergeht, die auf den ersten Blick etwas umständlich wirken. So setzt sich eine Aktiengesellschaft beispielsweise aus verschiedenen Organen zusammen, die über unterschiedliche Befugnisse bei der Verwaltung der AG verfügen. Während es bei einem Einzelunternehmen, wie beispielsweise einer Kfz-Werkstatt, in der Regel nur einen Inhaber gibt, der für alle Belange selbst verantwortlich ist und alle Entscheidungen eigenmächtig fällen kann, existiert bei einer AG nicht nur eine Generalversammlung, sondern außerdem noch eine Revisionsstelle sowie ein Verwaltungsrat. Während die Aufgaben, Funktionen und Zusammensetzungen von Generalversammlung und Revisionsstelle schnell und einfach zu erfassen sind, gestaltet sich dies beim Verwaltungsrat etwas differenzierter.

Aus diesem Grund sollen nachfolgend die verschiedenen Kompetenzen und Aufgaben des Verwaltungsrates einer AG überblicksartig vorgestellt werden. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass dieser Überblick nur allgemein und wenig detailliert vorgenommen werden kann. Für individuelle Einzelbelange oder -fälle ist in einer solchen Übersicht leider kein Raum vorhanden. Bei spezifischen Anliegen rund um das Thema Verwaltungsrat oder allgemein zur Gründung einer Schweizer Aktiengesellschaft sollten Interessierte deshalb im besten Fall umgehend Kontakt zu einem unserer kompetenten und engagierten Mitarbeiter aufnehmen.

Grundsätzliche Details zum Verwaltungsrat

Ein Verwaltungsrat ist in vielen Dingen gleichzusetzen mit dem Aufsichtsrat aus deutschen oder österreichischen Aktiengesellschaften. Allerdings hat der Verwaltungsrat einer Schweizer Aktiengesellschaft in erster Linie nicht nur eine überwachende Funktion, wie etwa in Deutschland und Österreich, sondern gleichsam auch eine ausführende Funktion. Dies bedeutet, dass der Verwaltungsrat nicht nur das oberste Aufsichtsorgan der Gesellschaft ist, sondern gleichzeitig auch das wichtigste Gestaltungsorgan darstellt.

Der Verwaltungsrat kann, anders als in Deutschland und Österreich, selbst entscheiden, ob er die Geschäfte des Unternehmens eigenhändig leitet oder hierfür eine Geschäftsführung etabliert. Nach geltendem Recht gibt es trotz dieser Option allerdings sieben Aufgaben, die weder übertragen noch entzogen werden können. Wer eine AG einrichten möchte, muss sich dementsprechend zuallererst mit der Einrichtung eines Verwaltungsrates beschäftigen. Erst danach kann die Eintragung ins Handelsregister erfolgen, mit welcher die Einrichtung dann offiziell abgeschlossen ist. Im Handelsregister selbst werden auch die Namen der Verwaltungsräte eingetragen.

Die Mitglieder des Verwaltungsrates müssen grundsätzlich aus mindestens einer natürlichen Person bestehen, wobei sie selbst keine Aktionäre sein müssen. Es gibt keine Vorschriften hinsichtlich der Nationalität der Mitglieder und die genauen Wahlkriterien sollten in den Statuten der AG festgelegt sein. Hierzu gehören beispielsweise bestimmte Vorschriften hinsichtlich des Alters oder der Qualifikation eines möglichen Mitglieds des Verwaltungsrates. Die Mitglieder des Verwaltungsrates werden von der Generalversammlung gewählt, wobei die gewählten Mitglieder die Wahl anschließend noch annehmen müssen. Den Präsidenten des Verwaltungsrates wählen anschließend die Mitglieder desselben, wobei die Generalversammlung per se keine direkte Entscheidungsgewalt mehr hat.

Die Aufgaben des Verwaltungsrates

Wie oben bereits erwähnt wurde, muss der Verwaltungsrat einer AG mindestens sieben Aufgaben erfüllen, die nicht übertragbar sind oder entzogen werden können. Hierüber sollten sich die Mitglieder eines Verwaltungsrates bereits vor der Wahl ebenso klar sein, wie der Unternehmensgründer selbst, der die Aktiengesellschaft und damit auch den Verwaltungsrat ins Leben ruft. Um einen besseren Überblick über die Rolle des Verwaltungsrates zu erhalten, sollen einige der Aufgaben kurz vorgestellt werden.

Der Verwaltungsrat einer AG ist im Grunde genommen für die Aufsicht dieses Unternehmens zuständig. Das bedeutet, dass ihm eine Vielzahl unterschiedlichster Pflichten und damit auch ein großer Teil der Verantwortung für das Unternehmen zugeschrieben werden. So ist der Verwaltungsrat beispielsweise für die Ausformulierung des Rechnungswesens zuständig . Ihm obliegt nicht nur die Finanzkontrolle sondern auch die Finanzplanung, was letztendlich dazu führt, dass er die zukünftigen Geschicke des Unternehmens in den Händen hält. Ungünstige oder unzuverlässige Planung können im schlimmsten Fall zum Konkurs des Unternehmens führen.

Dem Verwaltungsrat steht es weiterhin zu, eine Geschäftsführung zu ernennen und diese anschließend auch zu kontrollieren. So gesehen trägt der Verwaltungsrat trotz der Einsetzung einer Geschäftsführung letztendlich die Verantwortung für deren Handeln. Schließlich müssen die Mitglieder des Verwaltungsrates sicherstellen, dass die Geschäftsführung sich nicht nur an rechtliche Vorgaben und Richtlinien hält, sondern immer auch innerhalb der Statuten des Unternehmens agiert. Sollte dies nicht der Fall sein, muss sich letztendlich auch der Verwaltungsrat den möglichen Konsequenzen stellen und diese zu großen Teilen auch auf seine eigene Kappe nehmen.

Als eine weitere Aufgabe obliegt es dem Verwaltungsrat im Falle einer Überschuldung oder möglichen Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens, den Richter hierüber zu informieren. Da der Verwaltungsrat nicht nur die Kontrolle sondern auch die Verantwortung trägt, ist er haftbar für sämtliche Schäden, die beispielsweise durch Unachtsamkeit oder Nachlässigkeit entstanden sind. Aus diesem Grund birgt die Mitgliedschaft innerhalb eines Verwaltungsrates eines Unternehmens immer auch ein gewisses Risiko in sich, welches wiederum aber nur dann relevant werden kann, wenn die eigenen Aufgaben nicht pflichtgemäß erledigt werden. Um hinsichtlich sämtlicher Faktoren bezüglich Kontrolle und Verantwortung noch detaillierter aufgeklärt werden zu können, empfiehlt sich der direkte Kontakt zu einem unserer engagierten Mitarbeiter, die für alle Fragen rund um das Thema Verwaltungsrat oder Unternehmensgründung im Allgemeinen stets zur Verfügung stehen.