Die Rolle des Geschäftsführers in einer GmbH

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Bei einer Existenzgründung können nach und nach verschiedene Fragen auftauchen, von denen einige im ersten Augenblick nicht unbedingt von direkter Wichtigkeit erscheinen. Trotzdem muss ein Jungunternehmer sich all diesen Fragen nach und nach widmen, um seinem Traum von einem florierenden Unternehmen näher zu kommen. Neben den verschiedenen Vorarbeiten, die ein zukünftiger Unternehmer zu leisten hat und die sich vornehmlich auf die Entwicklung und Ausgestaltung der eigenen Geschäftsidee sowie eine mögliche Finanzierung und Umsetzung derselben konzentrieren, geht es, sobald die Pläne ernster werden, dann an die konkrete Unternehmensgründung.

Hierbei muss der Existenzgründer sich zunächst damit auseinandersetzen, welche Art der Rechtsform für das eigene Vorhaben von Vorteil ist. Verschiedene Möglichkeiten wie etwa das Einzelunternehmen, die Kommanditgesellschaft, die Aktiengesellschaft oder die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, sprich die GmbH, stehen dem Unternehmer zur Verfügung, wobei jede in Bezug auf das eigene Geschäftsmodell verschiedene Stärken und Schwächen mit sich bringt.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung eignet sich in erster Linie für diejenigen Unternehmer, die sich mit einem möglichst geringen Risiko hinsichtlich ihres Privatvermögens beteiligen wollen. Schließlich haftet bei einer GmbH nicht der Unternehmensgründer selbst, sondern im Falle eines Falles wird immer das Vermögen der Gesellschaft herangezogen. Dieses Gesellschaftsvermögen muss als Einlage in Form von einem Mindeststammkapital zuvor erbracht werden. Das Mindeststammkapital betrug in Österreich bis vor Kurzem noch 35.000 Euro, wurde mittlerweile allerdings auf 10.000 Euro reduziert. In Deutschland bedarf es für die Gründung einer GmbH dagegen 25.000 Euro Mindeststammkapital und in der Schweiz sind es 20.000 Schweizer Franken.

Die Vorschriften bezüglich des Mindeststammkapitals sind jedoch nicht die einzigen Regeln und Richtlinien, an denen sich die Gründer einer GmbH zu orientieren haben. So unterscheidet sich eine GmbH auch hinsichtlich der internen Organisation deutlich von den ungleich einfacher strukturierten Einzelunternehmen. Eine Bäckerei weist meist nur einen Inhaber vor, der in seinem Betrieb nicht nur das Sagen hat, sondern auch alle wichtigen Entscheidungen fällt. Bei einer GmbH sieht es dagegen ein wenig anders aus, denn dort gibt es eine sogenannte Geschäftsführung, die obligatorisch ist und innerhalb des Unternehmens verschiedene Funktionen erfüllt.

Damit unerfahrene zukünftige Unternehmer sich zwischen den verschiedenen Faktoren, die sie bei der Unternehmensgründung beachten müssen, zukünftig leichter orientierten können, soll nachfolgend die Rolle des Geschäftsführers in einer GmbH kurz vorgestellt werden. Im Zuge dieser Ausführungen können allerdings nicht alle relevanten Merkmale vorgestellt werden. Stattdessen erfolgt eine Art Überblick über die verschiedenen Funktionen und Aufgaben, die eine erste Orientierung ermöglichen. Bei weiteren Fragen bezüglich der Rolle der Geschäftsführung in einer GmbH stehen wir selbstverständlich gern zur Verfügung. Auch hinsichtlich der Unternehmensgründung in Form einer GmbH können wir interessierten Jungunternehmern mit unserem langjährigen Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeitsfeldern umfangreich zur Seite stehen.

Die wichtigsten Details zum Geschäftsführer (GmbH)

Eine GmbH ohne einen Geschäftsführer ist prinzipiell gesehen nicht handlungsfähig, da die Geschäftsführung sozusagen das gesetzliche Organ der GmbH darstellt. Wie bereits die Betitlung erkennen lässt, führt die Geschäftsführung nicht nur sämtliche Geschäfte der GmbH sondern vertritt diese auch nach außen hin. Dadurch verfügt die Geschäftsführung nicht nur über große Kompetenzen, sondern trägt gleichsam auch eine große Verantwortung, die in manchen Fällen sogar mit einigen Risiken verbunden sein kann.

Ein Geschäftsführer wird durch die Gesellschafterversammlung der GmbH gewählt und dann im Handelsregister eingetragen. An sich muss ein potentieller Geschäftsführer über keinerlei objektive Merkmale oder Qualifikationen verfügen und auch ein Wohnsitz im jeweiligen Inland ist keine zwangsläufige Voraussetzung. Allerdings muss ein Geschäftsführer eine natürliche Person sein, die in den letzten fünf Jahren nicht wegen Betrugs, Untreue oder Insolvenzvergehen verurteilt worden ist. Daneben existieren in Bezug auf bestimmte Gewerbe zusätzliche Anforderungen an den Geschäftsführer, deren Ausformulierung an dieser Stelle jedoch zu weit gehen würde. Für weitere Informationen stehen wir nach einer Anfrage aber gern zur Verfügung.

Der Geschäftsführer erhält in der Regel einen Geschäftsführervertrag, in dem unter anderem Richtlinien zu Vergütung, Urlaubsanspruch sowie Einzelheiten zur Kündigung gemacht werden. Sofern der Geschäftsführer gleichzeitig auch Gesellschafter der GmbH ist, gelten besondere Regelungen, über die wir in persönlichem Gespräch ebenfalls gern Auskunft geben.

Die Aufgaben des Geschäftsführers

Die Aufgaben des Geschäftsführers einer GmbH verteilen sich im Grunde genommen auf zwei verschiedene Bereiche, denen allerdings unbedingt gleich viel Bedeutung zugemessen werden sollte. So ist der Geschäftsführer, wie bereits erwähnt, mit allen Aufgaben und Handlungen betraut, die notwendig sind, um das Unternehmen am Laufen zu halten. Hierzu zählen in der Regel vor allem die Aufgaben, welche gewöhnlichen und alltäglichen Abläufen unterliegen. Generell besteht allerdings die Möglichkeit das Aufgabenfeld des Geschäftsführers durch den Geschäftsführervertrag auszuweiten oder einzudämmen. Darüber hinaus unterliegt der Geschäftsführer in vielen Belangen den Weisungen der Gesellschafter.

Neben der operativen Geschäftsführung ist der Geschäftsführer dafür verantwortlich Gesellschafterversammlungen einzuberufen und an diesen teilzunehmen. Hierfür gelten verschiedene formale Regularien, an die sich der Geschäftsführer bei der Vorgehensweise zu halten hat. So müssen die Gesellschafter beispielsweise per Brief über die Gesellschafterversammlung informiert werden.

Abgesehen von diesen beiden Aufgabenbereichen unterliegt der Geschäftsführer einer GmbH in der Regel außerdem sowohl der Auskunfts- und Informationspflicht sowie der Treuepflicht. Auch wenn nicht alle dieser Verpflichtungen spezifisch im Geschäftsführervertrag festgelegt werden, sind sie in der Regel bindend und unterliegen dem Vertrauen, welches die Gesellschafter in ihren Geschäftsführer setzen. Verschiedene Informationen sowie Ausführungen zu diversen Richtlinien, die bei der Bestellung eines Geschäftsführers von Interesse sein können oder die auch mit der Gründung einer GmbH per se zusammenhängen, können wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrung auf diesem Gebiet an interessierte Unternehmer weitergeben. Eine kurze Anfrage hierzu genügt.